Materialvergleich Gewächshäuser: ETFE vs Glas

Materialvergleich für Gewächshäuser: ETFE vs. Glas

Der moderne Gewächshausbau steht vor vielen Herausforderung. Er soll maximale und gleichmäßige Lichtdurchlässigkeit gewährleisten, hohe Energieeffizienz bieten, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit sicherstellen und dabei flexibel und skalierbar konstruierbar sein.

All diese Faktoren kann ETFE-Folie erfüllen, während Glaslösungen bei diesen Anforderungen an konstruktive und wirtschaftliche Grenzen stoßen.

Im Folgenden werden diese Punkte näher erläutert.

Abperleffekt

Lichtdurchlässigkeit und Pflanzenwachstum

Licht ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Pflanzenwachstum. Sowohl Glas als auch ETFE-Folie bieten eine sehr hohe Lichttransmission. Herkömmliches Gewächshausglas erreicht eine Transmission von bis zu 90%, während ETFE bis zu 94% erreicht.

Ein weiterer Unterschied liegt in der UV-Durchlässigkeit. ETFE-Folie ist im UV-Bereich deutlich durchlässiger als Glas, was das Wachstum und Färbung vieler Pflanzenarten positiv beeinflusst. Glas hingegen reflektiert und absorbiert einen großen Teil des Lichts.

Zudem kann durch mattierte Folie, Bedruckung oder mehrere Lagen der Folie Lichtdurchlässigkeit gezielt gestreut werden, was bei Glas nur begrenzt möglich ist. Diese Eigenschaft sorgt für gleichmäßige Lichtverteilung im Inneren des Gewächshauses und reduziert sogenannte „Stresszonen“ für Pflanzen.

Durch eine spezielle Beschichtung bietet die Folie einen Abperleffekt (Anti-Drop) im Inneren des Gewächshauses. Das bedeutet Kondenswasser läuft seitlich ab und tropft nicht unkontrolliert auf Pflanzen, im Gegensatz zu Glaslösungen.

Gewicht und Konstruktion

ETFE-Folie ist sehr leicht und wiegt ca. 1% des Gewichts von Glas. Dadurch werden deutlich weniger Stahl- oder Aluminiumträger benötigt, denn durch das geringe Gewicht sind größere Spannweiten ohne zusätzliche Träger möglich.

Eine Reduktion der Träger bedeutet selbsterklärend eine Reduktion der Kosten. Glas erfordert hingegen massive Tragstrukturen, was Materialeinsatz, Kosten und Bauzeit signifikant erhöht.

Wirtschaftlichkeit: Nicht nur die Anschaffungskosten beachten

Neben der Erstinvestition spielen Montage, Reinigung, Wartung, Reparaturen und Austauschintervalle eine wichtige Rolle. ETFE-Konstruktionen sind in der Regel günstiger in der Gesamtstruktur durch leichtere Unterkonstruktionen und geringere Montagekosten.

Durch die adhäsive Oberfläche der Folie, bleiben Schmutzpartikel weniger stark haften und können durch Regen abgespült werden. Abhängig vom Standort kann der Reinigungsaufwand dadurch deutlich reduziert werden. Glas hingegen muss regelmäßig von Verunreinigungen befreit werden, da sich sonst die Lichttransmission reduziert und Auswirkungen auf den Ernteertrag haben kann.

Mechanische Eigenschaften, wie eine Bruchdehnung von 450% und extrem hohe Reißfestigkeit, können Reparaturkosten minimieren und Betriebskosten senken.

Im Schadensfall ist ETFE-Folie nicht splitternd, sondern reißt kontrolliert, was deutlich sicherer für Personal, Pflanzen und Technik ist. Glas stellt insbesondere bei Hagel und Sturm ein Sicherheitsrisiko durch Glassplitter dar.

Greenhouse Covering;

©  Gewächshaus von CERES Greenhouse Solutions

Dust on Greenhouse

Energieeffizienz

ETFE Folie kann als mehrlagiges System eingesetzt werden. Diese Lösung bietet sehr gute Wärmedämmeigenschaften durch eingeschlossene Luftschichten, reduziert Heizkosten im Winter und senkt den Kühlbedarf im Sommer. Selbst Doppelglaslösungen erreichen diese Dämmwerte nur mit deutlich höherem konstruktivem Aufwand.

Materialeinsatz, Nutzungsdauer und Recycling

Glas hat einen deutlich besseren Ruf als Kunststoff, wenn es um das Thema
Nachhaltigkeit geht. In der ganzheitlichen Betrachtung können beide Materialien aber als gleichwertig betrachtet werden.

Durch das geringe Gewicht einer ETFE-Folie wird deutlich weniger Materialeinsatz benötigt, als bei einer Glasabdeckung. Dies wirkt sich nicht nur auf die Transportlast aus, sondern auch auf die Anforderung an die Konstruktion.

ETFE ist ein thermoplastischer Kunststoff und kann durch geeignete Verfahren vollständig recycelt werden.

Zusätzlich reduziert die lange Lebensdauer den Materialverbrauch, was wiederum Emissionen einspart. Eine Studie von Carl Maywald und Florence Riesser belegt, dass ETFE in nahezu allen Umweltindikatoren besser bewertet wird als Glas.

Der einzig negative Faktor ist das Ozonabbaupotential, welches sich aber durch einen modernen Herstellungsprozess und den Einsatz von erneuerbaren Energien deutlich verbessern lässt.

Granulat

Fazit

ETFE-Folie wie NOWOGREEN® ist Glas im modernen Gewächshausbau in vielen strategisch relevanten Punkten überlegen. Bessere Lichtausbeute und -steuerung, geringere Baukosten, niedrigere Lebenszykluskosten, höhere Sicherheit und Robustheit und größere gestalterische und funktionale Flexibilität.

Für Betreiber, Investoren und Planer, die Gewächshausprojekte wirtschaftlich und zukunftssicher realisieren wollen, stellt ETFE heute nicht mehr nur eine Alternative, sondern den neuen Standard dar.

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